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21 Oaks Market Update · April 2025

Makroökonomische Turbulenzen und ihre Auswirkungen auf digitale Assets

7. April 2025·3 Min. Lesezeit

ArchivArchiv-Ausgabe: ursprünglich als E-Mail-Marktkommentar an unsere Investor:innen und Interessent:innen verschickt am 7. April 2025.

Die internationalen Finanzmärkte befinden sich aktuell unter erheblichem Druck. Auslöser ist der sich zuspitzende Handelskonflikt, den Donald Trump mit der Einführung neuer US-Zölle angestoßen hat. Infolge dessen erleben wir eine ausgeprägte Risikoaversion („Risk-off“) an den Märkten. Auch digitale Vermögenswerte, die langfristig häufig unkorreliert zu Aktien performen, geraten in Mitleidenschaft – wenngleich sich Bitcoin zum Wochenschluss teilweise von der negativen Aktienmarktentwicklung abkoppeln konnte.

Zinsstrategie und Marktmanöver der USA

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Marktlage ist die fiskalpolitische Situation in den USA. Mit einem Staatsdefizit von rund USD 36 Billionen steht eine bedeutende Refinanzierungsrunde bevor: Allein 2025 müssen rund USD 9 Billionen an US-Staatsanleihen neu aufgelegt werden, wovon circa 70–75 % bereits bis Mitte dieses Jahres refinanziert werden müssen.

Vor diesem Hintergrund scheint die US-Regierung unter Donald Trump entschlossen, die Zinslast zu reduzieren. Marktbeobachter berichten von einem angestrebten Renditeniveau für 10-jährige US-Treasuries bei etwa 3,8 % – deutlich unter dem Wert zu Jahresbeginn von 4,8 %. Eine solche Zinssenkung würde Einsparungen in der Größenordnung von USD 650–700 Milliarden ermöglichen.

Da der Präsident keinen direkten Einfluss auf die Zinspolitik der Federal Reserve (FED) hat, erscheint es plausibel, dass er durch politische Maßnahmen oder gezielte Marktverunsicherungen Druck auf die Notenbank ausüben möchte. Eine forcierte „Flucht in sichere Häfen“ wie US-Staatsanleihen belasten nicht nur die Aktienmärkte, sondern lassen gleichzeitig die Anleiherenditen sinken – ein Szenario, das aktuell zu beobachten ist.

Digitale Assets im Spannungsfeld der Märkte

Was bedeutet diese Lage für digitale Vermögenswerte? Auch wenn Bitcoin und Co. häufig als unkorrelierte Anlageklasse gelten, werden sie von vielen Investoren ähnlich wie Tech-Aktien als „Risk-on“-Assets wahrgenommen – mit entsprechender Sensitivität in volatilen Marktphasen.

Hinzu kommt: Die Marktgröße digitaler Assets ist im Vergleich zu klassischen Kapitalmärkten nach wie vor überschaubar. Während sich die globale Marktkapitalisierung bei Aktien auf ca. USD 120 Billionen und bei Anleihen auf ca. USD 140 Billionen beläuft, beträgt sie im Kryptobereich lediglich rund USD 2,5 Billionen. Kapitalabflüsse im Umfang von beispielsweise USD 500 Milliarden wirken sich daher überproportional auf den digitalen Markt aus – mit entsprechend erhöhter Volatilität, sowohl nach oben als auch nach unten.

Unser Marktausblick

Wir erwarten kurzfristig weiterhin schwankungsanfällige Märkte, getrieben durch politische Unsicherheiten und geldpolitische Spannungen. Katalysatoren für einen nachhaltigen Aufschwung könnten u. a. eine klare Entscheidung der FED zur Zinssenkung oder ein Ende der handelspolitischen Eskalation sein.

Langfristig bleibt unser positiver Ausblick für digitale Assets jedoch unverändert. Die regulatorische und politische Entwicklung – insbesondere unter einer Trump-geführten Administration – könnte dem Sektor neuen Rückenwind verleihen. Bereits heute befinden sich über 250 pro-krypto-freundliche Politiker im US-Kongress. Diskutiert werden strategische Bitcoin-Reserven, die Weiterentwicklung des US-Stablecoin-Marktes sowie der Aufbau blockchainbasierter Abwicklungsinfrastrukturen durch etablierte Finanzinstitute.

Langfristige Perspektive als Kompass

In Zeiten erhöhter Volatilität ist es entscheidend, einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Frage lautet nicht, wie sich Märkte kurzfristig verhalten – sondern, ob die fundamentalen Rahmenbedingungen und die zugrunde liegende Investmentthese weiterhin intakt sind.

Unsere Überzeugung bleibt bestehen: Die strukturellen Megatrends wie Blockchain und Künstliche Intelligenz werden nicht verschwinden – im Gegenteil, sie werden in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine immer zentralere Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft spielen.

Rückblickend haben sich die Kapitalmärkte nach jeder Krise – sei es die Dotcom-Blase 2000, die Finanzkrise 2008 oder die Corona-Pandemie 2020 – letztlich erholt. Wir sind überzeugt, dass auch dieses Mal eine Phase des Wachstums folgen wird.

Mit Zuversicht und Disziplin, Ihr Investment-Team von 21 Oaks Capital