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21 Oaks Market Talk · November 2025

Makro-Liquidität am Wendepunkt - Perspektiven für die kommenden Monate

5 November 2025·2 min read

ArchiveArchive edition: originally sent as an e-mail market commentary to our investors and prospects on 5 November 2025.

Makro-Liquidität am Wendepunkt: Perspektiven für die kommenden Monate

Aktuell dominiert hohe Unsicherheit die Märkte. Risikobereitschaft ist gering, und kurzfristige Positionierung wird durch Volatilität geprägt. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass wir uns einem entscheidenden Liquiditätsumschwung nähern.

Der zentrale makroökonomische Faktor bleibt die globale Liquidität. In den kommenden 12 Monaten steht insbesondere die Refinanzierung von rund 10 Billionen USD Staatsverschuldung im Vordergrund. Diese Dynamik überlagert nahezu alle anderen Themen und bestimmt maßgeblich die Entwicklung der Vermögensmärkte.

Aktuelle Situation: Temporäre Liquiditätsverknappung

Der laufende Government Shutdown führt zu einem deutlichen Aufbau des Treasury General Account (TGA), ohne dass Ausgaben gegenwirken können.

Gleichzeitig ist die Reverse-Repo-Fazilität weitgehend abgeschmolzen, und das Quantitative Tightening (QT) wirkt zusätzlich kontraktiv.

Diese Entwicklungen wirken sich insbesondere auf Marktsegmente aus, deren Bewertung maßgeblich von systemischer Liquidität bestimmt wird – dazu zählen vor allem digitale Vermögenswerte. Viele traditionelle Asset Manager liegen derzeit hinter ihren Vergleichsindizes und konzentrieren sich in der Folge stärker auf die Stabilisierung bestehender Technologie-Engagements als auf den Ausbau von Kryptopositionen. Sollte die Liquiditätsverknappung anhalten, dürfte mittelfristig auch mit Gegenwind für breitere Aktienmärkte zu rechnen sein.

Wahrscheinliche Trendwende bei Aufhebung des Shutdowns

Mit dem Ende des Shutdowns dürfte eine deutliche Liquiditätszufuhr einsetzen:

° Das US-Treasury wird voraussichtlich 250–350 Mrd. USD binnen weniger Monate ausgeben.

° QT wird faktisch ausgesetzt; die Fed-Bilanz stabilisiert oder expandiert moderat.

° Der US-Dollar könnte infolge abnehmender Liquiditätsknappheit strukturelle Schwäche zeigen.

° Die fortlaufende Emission von Treasury Bills erhöht die Liquidität über Banken, Geldmarktfonds und Stablecoin-Märkte.

° Weitere Zinssenkungen erscheinen wahrscheinlich, ohne dass ein Rezessionsszenario dominiert.

° Anpassungen der SLR-Regeln (Supplementary Leverage Ratio - zusätzliche Verschuldungsquote für Banken) würden Banken zusätzliche Bilanzkapazität für Kreditvergabe eröffnen.

Regulatorischer und politischer Kontext

***°***Mit dem CLARITY Act ist in den USA eine regulatorische Klarstellung für digitale Vermögenswerte zu erwarten, was institutionellen Marktteilnehmern Signifikanz verleiht.

° Ein fiskalpolitisches Maßnahmenpaket („Big Beautiful Bill“) dürfte die Konjunktur mit Blick auf die Midterm-Wahlen 2026 gezielt stützen.

° International: China erweitert weiterhin seine Zentralbankbilanz; Japan strebt eine Stärkung des Yen in Kombination mit fiskalischen Stimuli an.

Konjunkturelle Indikatoren

Mit der Normalisierung der Zinspolitik und dem Rückgang handelspolitischer Unsicherheit sollte sich der ISM in den kommenden Quartalen stabilisieren bzw. verbessern.

Fazit

Wir befinden uns kurzfristig in einem belastenden Liquiditätsfenster. Mittel- bis langfristig jedoch sprechen die makroökonomischen und politischen Rahmenbedingungen für eine gezielte Re-Expansion der globalen Liquidität mit entsprechend positiven Implikationen für Risiko-Assets.

Hinweis: Dieser Text stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Er gibt ausschließlich unsere persönliche Einschätzung der aktuellen Marktlage wieder.

Mit Zuversicht und Disziplin,